Mit Schneeglöckchenmusik in den Frühling

Unter Leitung von Barbara Zach (links) bot der Judenbacher Frauenchor ein buntes Frühlingsprogramm dar. Foto: Doris Hein

Text und Fotos von Doris Hein, erschienen in inSüdthüringen am 24.3.2026

Zum ersten Kirchencafé hat der Bürgerverein Haselbach eingeladen. In der gut gefüllten Kapelle gibt es Kaffee, Kuchen und Musik. Und die nächsten Auftritte stehen schon fest.

„Für Frauen ist das kein Problem.“ Max Raabe weiß und singt das schon seit Jahren. Dass sie neben dem üblichen Alltagsstress auch noch wunderschön singen und damit Publikum aus nah und fern Freude bringen können, das bewiesen die Sängerinnen des Frauenchores Judenbach einmal mehr beim Frühlingskonzert in der Haselbacher Kapelle. Die Freude am Gesang merkt man ihnen bei jedem Lied an. Und für das entsprechende Training der Stimmbänder sorgt (fast) jeden Mittwochabend im Forsthaus Judenbach Chorleiterin Barbara Zach, die seit der Gründung des Chores 1997 mit diesem ein umfangreiches, vielseitiges Repertoire einstudiert hat.

Für ihren Auftritt am Samstag in der Haselbacher Kapelle hatten sie Lieder vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart im Gepäck. Los ging es mit dem Kanon „Es tönen die Lieder“, zu dem Zach bemerkte: „Den haben wir alle in der Schule gelernt“. Vom rund 600 Jahre alten anschließenden Doppelkanon „Grüß Gott, du schöner Maien“ konnte man das nun wirklich nicht behaupten. Vielmehr lauschten alle andächtig dem Gesang, für den es auf jeden Fall gut geschulte Stimmen braucht. Ebenso wie für die weiteren Darbietungen, zu denen etwa „Der kühle Maien“ gehörte, geschrieben Anfang des 17. Jahrhunderts vom damaligen Thomaskantor Johann Hermann Schein.

Von der Liebe und von der Linde

Bei jedem Lied lohnte es sich, einfach abzuschalten und die herrlichen Stimmen und deren gelungene Kombinationen zu genießen! Etwa bei „Die Liab is a Bach“, bei „Schau nur, die Schwalben sind da“ oder dem Lieblingslied des Chores, „Verliebt in eine Linde“. Weitere Höhepunkte waren „Gabriellas Lied“ aus dem Film „Wie im Himmel“ oder der Sommerpsalm aus Schweden, der den Frauen beim Internationalen Chorfestival Alta Pusteria eine unvergessliche Begegnung mit schwedischen Sängern bescherte. Dem traditionellen englischen Volkslied „Scarborough Fair“, das vor allem durch Simon & Garfunkel weltweit bekannt wurde, stellte Zach fürs bessere allgemeine Verständnis eine deutsche Inhaltsangabe voran.

Und dann noch Wilhelm Busch

Zur Auflockerung des Programms flocht Annette Walther diverse Gedichte ein – Heiteres von Wilhelm Busch und Heinz Ehrhardt, aber auch Verse über die Schneeglöckchenzeit, passend zum Lied von der „Blume im Schnee“. Und natürlich durfte der eingangs zitierte Hit von Max Raabe nicht fehlen. So was machen die Judenbacher Sängerinnen mit links… Um eine Zugabe kamen sie am Ende jedenfalls nicht herum. Übrigens: Die Frauen haben das toll gemacht, aber nicht nur sie, sondern natürlich auch ihr langjähriger Begleiter am Klavier, Daniel Fuhrmann.

Lob gab es nach dem Konzert sowohl für den gesamten Chor, als auch speziell für Barbara Zach und ihr Sopransolo beim Lied „Frühlingswind“. Klaus Boller und Harald Ludwig vom ehemaligen Volkschor Eintracht Haselbach legten zudem der Judenbacher Chorleiterin ans Herz: „Behaltet eure Gemeinschaft noch möglichst lange bei. Es gibt nicht mehr viele Chöre im Landkreis…“

Stärkung bei Kaffee und Kuchen

Das Publikum und die Sängerinnen stärkten sich derweil bei Kaffee und Kuchen vom Bürgerverein Haselbach. Und natürlich freuen sich die Gäste schon auf die nächste Auflage des Kirchencafés.