Judenbach Zum mittlerweile 42. Mal lud der Judenbacher Männerchor am letzten Samstag im September zum herbstlichen Fest des Chorgesangs ins Bergdorf ein und durfte sich dabei über die Teilnahme zahlreicher Chöre aus Südthüringen und Oberfranken freuen.
Die Reihen im Kultursaal „100“ füllen sich bekanntermaßen recht schnell, noch bevor die ersten Stimmen im weiten Rund erklingen. Noch geschwind mit einer Bratwurst und einem kühlen Getränk gestärkt, wurden die Plätze auf den zwei Etagen eingenommen. Musikalisch eröffneten zunächst die Bläser des Musikvereins Heinersdorf, bevor Hermann Roos, 1. Vorstand des Judenbacher Männerchors, den heiteren Abend offiziell einläutete. „Wir sind psychisch auf Freude angewiesen und genau deswegen sind wir heute hier. Wir wollen euch mit unserer Musik Freude bereiten und da spielt auch das Alter keine Rolle“, so Roos, welcher die Stimme als das Urinstrument des Menschen bezeichnete.
Ausfall zu kompensieren
Er begrüßte neben allen anwesenden Chören auch Peter Oberender, den 2. Beigeordneten der Gemeinde Föritztal, der in Vertretung von Bürgermeisterin Silke Fischer nach Judenbach gekommen war. Den stimmgewaltigen Auftakt des Abends gab natürlich – wie sollte es auch anders sein – der gastgebende Judenbacher Männerchor. Chorleiterin Evelyn Vogel hatte den kurzfristigen Ausfall eines 1. Tenors zu kompensieren. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die einzelnen Stimmen in den vorangegangenen Proben für den heutigen Auftritt stimmlich möglichst optimal orchestriert wurden.
Mit Klassikern wie „Rock my Soul“ oder „Wellerman“ erntete man zum Einstieg kräftigen Applaus des Publikums. Dirigentin Evelyn Vogel zelebrierte zudem ihre eigens eingeführte Tradition, den „Obstler mit dem Chor“, welche auf die Mechtholdsche Manier des „Obstler vor dem Chor“ des langjährigen Chorleiters Klaus Mechtold zurückgeht. Traditionen wie diese werden gelebt und bereiten eines jeden Sängers Kehle Freude.
An den ersten Gesangsblock schloss sich zudem ein Ehrungsreigen der Judenbacher Sänger an. Vom Vorstand geehrt wurden für ihre langjährige, treue Mitgliedschaft: Karl-Heinz Zach (40 Jahre), Kai-Michael Heublein (40 Jahre), Peter Schindzinski (40 Jahre), Heiko Fritz (30 Jahre), Gerd Albrecht (25 Jahre) und Stefan Herrmann (15 Jahre).
Den bunt gemischten, musikalischen Ritt durch verschiedene Genres und Epochen setzte im Anschluss der Gesangsverein Steinach 1838 e.V. fort. Unter der Leitung von Chorleiterin Dorothea Holtz wurde unter anderem der herbstliche Klassiker „Kein schöner Land“ vertont. Aus dem oberfränkischen Gauerstadt (Ortsteil von Bad Rodach) hatte man diesmal gleich zwei Chöre zu Gast – einen Frauenchor und einen Männerchor. Der Frauenchor Gauerstadt hatte sich erst zu Beginn des Jahres gegründet und feierte in Judenbach einen seiner ersten Auftritte. Ihr Pendant, der Männerchor Gauerstadt, lobte die „sensationelle Stimmung und den herzlichen Empfang“ in Judenbach und legte unter Dirigent Thomas Fürl gleich fünf Songs auf die Bühne.
Sängerische Leidenschaft
Während der Pause hatten die Gäste die Möglichkeit, sich nochmals an der Bar oder am Bratwurstrost zu stärken.
Dann ging es aber auch schon weiter mit den kleinen Besetzungen der beiden Judenbacher Chöre. Belcanto bei den Männern und Bebos bei den Frauen ergänzen schon seit einigen Jahren die musikalische Breite der beiden Chöre. Mit viel sängerischer Leidenschaft wurden unter anderem „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg und „Ich will keine Schokolade“ von Pascal Thibaut und Jack Morrow vertont.
Zum Ausklang übernahm der Frauenchor Judenbach unter der Leitung von Barbara Zach das musikalische Ruder auf der Judenbacher Bühne. Das abwechslungsreiche Repertoire reichte vom beschwingten Titel „Pigalle“ bis hin zum nachdenklichen Song „Der einfache Frieden“, welcher einen Friedensappell hinaus in die Welt sendete.
Das Finale furioso und zugleich das Highlight eines jeden Judenbacher Chortreffens stellt der gemeinsame Abschlusstitel der beiden Judenbacher Chöre dar. „Old Folks at Home“, auch bekannt als „Swanee River“ brachte den Saal nochmals zum Beben. Der krönende Abschluss eines zünftig-traditionellen Chorevents.